Personalia

Charles III. offiziell zum König ausgerufen

Der bisherige Thronfolger sei fortan "unser einziger rechtmäßiger König", verkündete der ranghöchste Herold nach einer Sitzung des Accession Council feierlich vom Balkon des St. James's-Palasts in London.

London (AFP) – Mit Trompetenfanfaren und Kanonensalut ist Charles III. am Samstag in einer prunkvollen Zeremonie zum neuen britischen König ausgerufen worden. Der bisherige Thronfolger sei fortan „unser einziger rechtmäßiger König“, verkündete der ranghöchste Herold nach einer Sitzung des Accession Council feierlich vom Balkon des St. James’s-Palasts in London. Zuvor hatte Charles III. erneut gelobt, dem Land nach dem Vorbild seiner verstorbenen Mutter Elizabeth II. für den Rest seines Lebens zu dienen.

Erstmals überhaupt wurde die nach jahrhundertealter Tradition abgehaltene Zeremonie zur Proklamation des Monarchen live im Fernsehen übertragen. Vor dem Accession Council, dem unter anderem Premierministerin Liz Truss und ihre Amtsvorgänger Boris Johnson, Theresa May und Tony Blair angehörten, versprach der 73-jährige Monarch, er wolle dem „inspirierenden Vorbild“ seiner am Donnerstag im Alter von 96 Jahren verstorbenen Mutter folgen und dem Land bis zu seinem Lebensende dienen.

Charles III. legt Eid vor dem Accession Council ab

Obwohl Charles mit dem Tod der Queen am Donnerstag automatisch ihr Nachfolger wurde, sieht die Tradition vor, dass er vom aus ranghohen Mitgliedern des Königshauses sowie Kirchen- und Regierungsvertretern zusammengesetzten Accession Council formell zum König ausgerufen werden muss.

Wie der Buckingham-Palast am Samstag bekannt gab, findet die staatliche Trauerfeier für die Queen am 19. September statt. Zu der Zeremonie in der Londoner Westminster Abbey werden Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter von Königshäusern aus der ganzen Welt erwartet, Millionen Menschen in aller Welt werden die Feier live im Fernsehen oder Internet verfolgen.

Die Trauer um die Großmutter scheint derweil die seit Monaten zerstrittenen Queen-Enkel Prinz William und Prinz Harry einander wieder näher zu bringen: Überraschend traten die beiden gemeinsam mit ihren Frauen Kate und Meghan am Samstag vor Schloss Windsor, um das dort abgelegte Blumenmeer zum Gedenken an die verstorbene Königin zu betrachten, schüttelten Hände und unterhielten sich mit Trauernden.

Queen-Enkel William trauert um Großmutter

Palace of Holyroodhouse by Allie Caulfield/Wikipedia
Palace of Holyroodhouse by Allie Caulfield/Wikipedia

Zuvor hatte William der Queen in einer sehr persönlich gehaltenen Erklärung seine Reverenz erwiesen. Er werde noch einige Zeit brauchen, „bevor die Realität eines Lebens ohne Omi sich wirklich real anfühlen wird“, schrieb der Thronfolger. „Sie war an meiner Seite in meinen glücklichsten Augenblicken. Und sie war an meiner Seite während der traurigsten Tage meines Lebens.“ Er werde das Gedenken an seine Großmutter ehren, indem er seinen Vater König Charles III. in jeder Weise unterstütze.

Der Leichnam der verstorbenen Queen befand sich am Samstag weiter auf Schloss Balmoral in den schottischen Highlands, wo Elizabeth II. am Donnerstag gestorben war. Am Sonntag soll er in die offizielle schottische Residenz der Monarchin, Schloss Holyroodhouse, in Edinburgh überführt werden.

Am Montag werden die sterblichen Überreste der Queen in einer Prozession durch die schottische Hauptstadt in die St. Giles-Kathedrale gebracht, wo ein Gedenkgottesdienst stattfindet. Am Dienstag dann wird der Sarg nach London überführt, wo er vier Tage in Westminster Hall öffentlich aufgebahrt sein wird. Die Behörden rechnen mit mehr als einer Million Menschen, die der Queen die letzte Ehre erweisen wollen.

gt

© Agence France-Presse

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